In
Memoriam:
Kandela,
dunkelbraune Trakehnerstute von Hord, 1974 - 2002
Ende 1991 nach
über 20 Jahren Reiterei auf Schulpferden und geliehenen Pferden wurde der Wunsch nach einem
eigenen
Pferd immer stärker.
Ich bekam einen Tipp, mir eine 17-jährige dunkelbraune Trakehnerstute im
Nachbarort anzusehen, die vor kurzem aus Hamburg
gekommen war. Die Stute galt als schwierig.
Sie war als gefährlicher Durchgänger im Gelände verschrien und ihr Schicksal
schien besiegelt. Bei unserer ersten Begegnung
war es dann bereits geschehen: Ich sah der Stute ins Gesicht und konnte
einfach nicht glauben, dass sie all diese schlechten
Eigenschaften haben sollte. Sie sah aufmerksam, lieb und ehrlich aus – sie
konnte keine gefährliche Durchgängerin sein.
Ich ritt sie Probe und außer ihrem rassetypischen Vorwärtsdrang, der für
mich jederzeit dosierbar war, fiel mir ihr angenehmer
Charakter und ihre Souveränität auf.
10 Jahre
lang war der „gefährliche Durchgänger“ mein bestes Pferd. Immer absolut
zuverlässig, nervenstark und einwandfrei
im täglichen Umgang. Wir haben an diversen Festumzügen, Trails, Tagesritten
und Jagdtrainings teilgenommen, waren alleine
oder in der Gruppe unterwegs und immer, wenn es brenzlig wurde, marschierte
die alte Trakehnerstute unerschütterlich vorneweg.
Ich nahm wieder Reitstunden, wobei ich von ihrem sehr guten Ausbildungsstand
– L-Dressur – profitierte.
Im Alter von 23 Jahren trug sie mich noch durch das Reitabzeichen und mit 26
brachte sie zwei Haflingern das Fahren bei.
Anfang 2002 lag
sie an einem Vormittag in ihrem Auslauf und wollte nicht mehr aufstehen.
Am 8.
Januar 2002 haben wir Kandela im Alter von 28 Jahren nach
fast auf den Tag genau 10 Jahren eingeschläfert.
Ich danke ihr
für diese wunderbare und lehrreiche Zeit – hat sie doch als mein erstes
eigenes Pferd viele Fehler von mir verziehen
und
es mich nie merken lassen.
Royston Royal Folly, Welsh Cob Sektion D, von Watling Tywysog/Wyndham
Confidence
*1992, Stm. 146 cm
Ich hatte
irgendwann einmal ein Bild in einer Zeitschrift von einem kleineren,
stabilen, kräftigen Pferd mit einem ausdrucksstarken
Gesicht gesehen.
Darunter stand „Welsh Cob – Sektion D“. Beim Studieren der Rassebeschreibung
entstand bei mir immer mehr der Eindruck,
dass ein solches Pferd
zu uns passen sollte.
Wir machten uns auf die Suche und fanden – in England
– eine Jährlingsstute, die uns am besten gefiel.
Im November 1993 kam Royston Royal Folly zu uns. Der Jährling wurde sofort
von Kandela adoptiert.
Kandela war der jungen Stute eine sehr gute Wegbereiterin. Unvergessen sind
die unzähligen Ausritte mit Folly erst als Handpferd
und später als
Reitpferd.
Nebenbei hat sie
zwei Fohlen von Garwyn bekommen, von denen eins in diesem Jahr seine
Karriere als Sportpferd begonnen hat.
Follys Tochter wollen wir bei uns behalten und uns somit ihre Linien
bewahren.
Folly selbst hat bei der Familie Anton in Lachendorf bei Celle ein neues
Zuhause gefunden. Nur als Zuchtstute war sie einfach unterfordert. Nur
darf
sie wieder alles sein: Freizeit- und Kinder(Enkel)pferd und vielleicht
auch
mal wieder Zuchtstute